Haflinger Welt-Zucht- und Sportvereinigung setzt auf Richterkompetenz

 

Erfolgreicher Auftakt für die umfassenden Schulungsinitiativen der HWZSV

Die Gründung der Haflinger Welt-Zucht- und Sportvereinigung liegt gerade mal anderthalb Jahre zurück, und doch ist es in dieser kurzen Zeit gelungen, sehr viel zu bewegen. Einer der Schwerpunkte war dabei von Anfang an die einheitliche Ausbildung und Schulung von Richtern und Rasseexperten – im klaren Bewusstsein, dass ein einheitlicher Rassestandard in der Praxis nur so umgesetzt werden kann. Für alle Beteiligten war dies absolutes Neuland, denn bis dahin war es nicht üblich gewesen, dass sich die Richter und Rasseexperten der verschiedenen Länder auf Augenhöhe mit den unterschiedlichen Bewertungen und Anschauungen auseinandersetzten. Die ersten Schritte wurden bereits 2013 unternommen, wobei die erste Anlaufzeit vorrangig dem Kennenlernen und Austausch beim ersten gemeinsamen Richten diente: Ziel war es, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Auf dieser Grundlage aufbauend waren die Schulungen in diesem Jahr sehr intensiv und detailliert. Das erste Jahr hat zudem gezeigt, dass die Richter und Rasseexperten sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen, sodass in den letzten Monaten auf zwei Schienen gearbeitet wurde: zum einen mit jenen Richtern, die bei der Weltausstellung 2015 im Einsatz sein werden, und zum anderen mit jenen, die noch entsprechende Erfahrungen auf dem internationalen Richterparkett sammeln müssen. Bei letzteren ging es zunächst um die Grundausbildung, während die Weltausstellungs-Richter praxisnah an einen einheitlichen Blick auf das Pferd herangeführt wurden.

Bewertungssysteme im Vergleich

Besonders interessant war die Feststellung, dass eine einheitliche Sicht im Wesentlichen bereits bestand. Dennoch galt es, die von den beiden Ursprungszuchtbuch-führenden Organisationen angewandten Bewertungssysteme genauer zu beleuchten, um einen Vergleich vorzunehmen.

Ganz in diesem Sinne wurde auch eine Koordinatoren-Arbeitsgruppe eingerichtet, die für die Ausbildung der Richter zuständig ist. In diesem Gremium sind Italien und Österreich als zuchtstärkste Gebiete mit den Koordinatoren Andrea Sgambati, Gerhard Rainer, Lukas Scheiber und Walter Werni vertreten, die allseits hohes Ansehen und Vertrauen genießen. Ihre langjährige Erfahrung befähigt sie zum Aufbau einer soliden Basis und ermöglicht ihnen die differenzierte und punktuelle Aufbereitung technischer Fragen. Dabei ging es gerade bei den Schulungen für die Weltausstellungs-Richter darum, festzustellen, ob die Richter und Rasseexperten dasselbe Zuchtziel und dasselbe Ideal-Pferd erkennen. Mit ihrer einheitlichen Sichtweise haben die Richter nun bestätigt, dass sie denselben Ansatz verfolgen.

Schulungspraxis bei Zuchtveranstaltungen

Die zahlreichen Stammbucheintragungen und Ausstellungen, die in Südtirol (I) und Nordtirol (A) alljährlich im Frühjahr stattfinden, boten umfassenden Raum für praktische Übungen. Der Dialog konnte durch gegenseitige Einladungen, einen regen Austausch und gemeinsames Richten ausgebaut und um wertvolle Erkenntnisse bereichert werden. So ließ sich eine nachhaltige Grundlage für weiterführende Maßnahmen schaffen.

Damit wird der Bogen von der Theorie zur Praxis gespannt – denn eine einheitliche Sichtweise bei Richtern und Rasseexperten steht ganz im Dienste der Rasse und damit der Züchter. Je höher die Sachkompetenz der Richter und Rasseexperten ist, desto klarer und nachvollziehbarer sind auch ihre Entscheidungen für die Züchter, die schlussendlich entscheidend für den Zuchterfolg sind. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Rasse auch in Zukunft im Vordergrund stehen wird und dass versierte und selbstbewusste Richter im Ring stehen, die zu ihren Entscheidungen stehen und sie zu begründen vermögen – Entscheidungen, die mitunter auch mutig sein dürfen. Denn Harmonisierung bedeutet nicht, dass in allen Ländern eine stumpfe Gleichschaltung der Zucht erfolgen soll, sondern dass die Haflingerrasse in ihrer gesamten Vielfalt erhalten und gefördert wird.

Anforderungen an die Richter

Von den Richtern wird verstärkt Unabhängigkeit, Sach- und Sozialkompetenz gefordert. Sie müssen eine hohe Bereitschaft zur Weiterbildung sowie Dialogfähigkeit, Offenheit und argumentative Fähigkeiten mitbringen. Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Loyalität gegenüber den Zuchtorganisationen und Richterkollegen stehen dabei im Vordergrund, denn den Richtern obliegt ein großer Teil der Verantwortung für die Zukunft der Haflingerrasse.

Erfolgreiche Zwischenbilanz

Der Präsident der HWZSV Lukas Scheiber, die Richterkoordinatoren und die Organisatoren der Schulungsveranstaltungen konnten bereits eine sehr positive Bilanz ziehen: Die Schulungsmöglichkeiten bei den Frühjahrsveranstaltungen haben großen Anklang gefunden, und das Interesse am internationalen Schulungsangebot ist sehr groß. Damit ist es den Ursprungszuchtbuch-führenden Organisationen gelungen, weitere Schritte in Richtung Harmonisierung zu tun und den Filialzuchtbüchern beratend zur Seite zu stehen.

Haflinger-Weltkongress

Der nächste Einsatz der Richter steht bei der Südtiroler Landesschau am Pfingstwochenende in Meran an. Zu diesem Anlass findet am Sonntag, 8. Juni im Kurhaus Meran ein Haflinger-Weltkongress statt, der ganz im Zeichen dieses neuen Dialoges stehen wird. Anstelle von monologischen Vorträgen wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion offen auf verschiedene Themenschwerpunkte eingegangen. Damit sollen neue Argumente und Ansätze für die künftige Ausrichtung und Tätigkeiten der HWZSV erörtert und die Weichen für die Zukunft der Rasse gestellt werden. 

 

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Original Haflinger Pferde Deutschland (OHD) e.V.

1. Vorsitzender: Karl-Heinz Arens

 

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