Internationales Haflinger Züchterseminar 2013

 

Die ersten Schritte zum grossen Ziel

Am 9. März fand in Trachselwald/Schweiz bereits das sechste internationale Züchterseminar statt. Zahlreiche Vereinsfunktionäre, renommierte Züchter und Hengsthalter aus der Schweiz, ganz Deutschland, Österreich, Italien und den Niederlanden haben den teils sehr weiten Weg auf sich genommen, um im Emmental im Haflinger Zentrum von Peter Zimmermann mehr über die neu gegründete Haflinger Welt- Zucht- und Sportvereinigung (HWZSV) zu erfahren und wichtige Fragen zu diskutieren.

 

Bereits am Vorabend zum Seminar trafen einige weitgereiste Seminarteilnehmer und Referenten ein und wurden mit Köstlichkeiten aus dem Emmental, gesponsert vom Bayerischen Pferdezuchtverband, verwöhnt. Peter Zimmermann führte anschliessend durch seinen Betrieb und stellte dabei die Bedeutung der Haflinger Rasse in seinem Unternehmen heraus. Bestens organisiert durch das Team des Haflinger Zentrums konnten am nächsten Vormittag die restlichen Seminarteilnehmer und Referenten begrüßt werden.

 

Weltweite Harmonisierung der Haflingerzucht

Keine geringeren als Präsident Lukas Scheiber, Vize-Präsident Norbert Rier und Sekretär Michael Gruber stellten den über 70 Seminarteilnehmern die neue Organisation vor und standen Rede und Antwort. Beim letzten Züchterseminar im Januar 2012 wagte noch niemand an einen solchen Zusammenschluss zu denken, und mehrmals schien das Projekt auch zu scheitern. Trotzdem konnte wie geplant am 1. Februar 2013 die Haflinger Welt- Zucht und Sportvereinigung gegründet werden und dieses Ereignis wird mit Sicherheit in die Haflingergeschichte eingehen. Zwanzig Organisationen, darunter sechzehn Zuchtbuch führende (ordentliche Mitglieder) und vier dem Haflinger Pferd verschriebenen Vereinigungen (nicht Zuchtbuch führend - ausserordentliche Mitglieder) gründeten in Ebbs/Tirol die HWZSV. Ziel dieser Vereinigung ist die weltweite Harmonisierung der Haflingerzucht und eine einheitliche Vertretung nach Aussen.

 

Michael Gruber, Sekretär des HWZSV hob hervor, dass für die weltweit gezüchtete und in Europa zu den meist verbreiteten Rasse zählenden Haflinger, diese Ziele nur in kleinen Schritten zu erreichen seien. Als erste Massnahmen für das heurige Jahr stehen die Aus- und Weiterbildung der Rasseexperten und Richter auf dem Programm. Dabei stellt die Vergleichbarkeit der Zuchtziele, der Methoden und der Massnahmen eine wichtige Grundlage dar. Ebenso gilt ein Hauptaugenmerk der gesicherten Finanzierung sämtlicher Massnahmen der Haflinger Welt Zucht- und Sportvereinigung.

 

Lukas Scheiber, seines Zeichens auch Obmann des Haflinger Pferdezuchtverbandes Tirol, berichtet, dass in den letzten beiden Jahren viel Aufmerksamkeit den Geschehnissen in  Nordtirol geschenkt wurde. Er betonte, dass nicht alles schlecht war, was die bisherige Führung in den letzten Jahrzehnten für den Haflinger geleistet hatte und hob die grosse Bedeutung der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Zuchtverbänden in Nord- und Südtirol für die Haflinger Rasse hervor. Mit dem Fohlenhof Ebbs als züchterischer Mittelpunkt wird die Zuchtarbeit Nordtirols gewürdigt, während dem historischen Ursprung der Rasse in Südtirol durch die Wahl des Sitzes in Bozen/Italien Rechnung getragen wird.

 

Klare Aussagen wurden auch bezüglich der erlaubten ox-Anteile gemacht, wobei zum Ausdruck gebracht wurde, dass die Reinzucht des Haflinger Pferdes als allgemeines Ziel gilt. Der maximal zugelassene ox-Anteil für Haflinger beträgt 1,56% und ab 0,09% wird der ox-Anteil gleich 0,0% gesetzt. Jede Zuchtbuch führende Mitgliedsorganisation wird in Zukunft die ox-Anteile im Pferdepass ausweisen. Hans Schiller, Mitglied des HWZSV, stellte klar, dass in Deutschland Pferde mit mehr als 1,56% ox-Anteile als Edelbluthaflinger eingetragen werden und auch durch die  Anpaarung mit reingezogenen Haflinger Hengsten keine Fohlen der Rasse Haflinger erzeugen können. Hans Schiller erinnerte dabei an die Regelung in Deutschland die vorsieht, dass Stuten, die vor dem 01.01.2013 in einem deutschen Haflinger Zuchtbuch eingetragen sind (ggf. auch Stuten mit 3,125% Fremdblut) darin verbleiben. Auch deren Nachkommen, sofern sie nicht mehr als 1,56% ox-Anteile aufweisen, werden als Haflinger eingetragen.

 

Weltausstellung und Europachampionat 2015

Beim Stallapéro und während dem Mittagessen, in bester Atmosphäre im historischen Berner Bauernhaus, dem Haflinger Zentrum,  wurde das Gehörte in kleinem Kreise angeregt diskutiert. Im Anschluss stellte Albert Peter, Präsident des Schweizerischen Haflingerverbandes dar, aus welchen Gründen der Schweizerische Verband bis dato noch kein Mitglied bei der HWZSV wurde, was allerdings in der Zukunft angedacht wird. Erfreut konnte er eine sportliche Veranstaltung ankündigen, welche Ende August/Anfang September 2015 in der Schweiz ausgetragen wird – das Haflinger Europachampionat, welches 2012 in Stadl Paura stattfand und vom Europäischen Haflingerverband (EHV) getragen wurde. Aller Voraussicht nach wird im Jahr 2015 die HWZSV Träger dieser Veranstaltung sein. Im gleichen Jahr soll auch eine züchterische Grossveranstaltung – die bisher alle 5 Jahre ausgetragene Haflinger Weltausstellung – in Ebbs stattfinden.

 

Wie bereits der Name der neuen Vereinigung verrät, soll in Zukunft nicht nur den Züchtern eine Plattform geboten, sondern auch die Verwendung und der sportliche Einsatz des Haflinger Pferdes unterstützt werden. So konnten Vorschläge aus dem Auditorium gesammelt werden um diese Ziele zu verwirklichen. Der erfolgreiche Einsatz im Sport verbessert das Image der Haflinger Rasse weltweit. Des Weiteren wurde angemerkt, dass die Imagepflege insbesondere auch auf Messen und sonstigen Veranstaltungen weiter ausgebaut werden müsse, aber auch jeder einzelne – egal ob Züchter oder Reiter/Fahrer zu diesem Ziel beitragen könne und solle.

 

Als letzten Punkt stellte Karl-Heinz Arens die Visionen zum Haflinger und die Ansprüche an die neue Organisation aus Sicht des seit 2009 bestehenden und als außerordentliches Mitglied geltenden Vereins „Original Haflinger Pferde Deutschland (OHD) e.V.“  vor. Dabei betonte er, dass eine freundschaftliche Zusammenarbeit aller Organisationen durch einheitliche und klare Vorgaben die Ziele für die Zukunft seien.

 

Gastgeber und Organisator Peter Zimmermann dankte allen Teilnehmern für ihr Kommen sowie den Partnerorganisationen für das gute Gelingen dieser in der Haflinger Welt einzigartigen Veranstaltung. Die Seminarreihe soll 2014 mit dem siebten internationalen Züchterseminar im Haflinger Zentrum fortgesetzt werden. Der Vorstand der neuen Organisation freut sich bereits auf ein Wiedersehen um auf die Arbeit des 1. Jahres der HWZSV zurückblicken zu können.

 

Bericht: Nicole Bölle, Bilder: Haflinger Zentrum Trachselwald

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Original Haflinger Pferde Deutschland (OHD) e.V.

1. Vorsitzender: Karl-Heinz Arens

 

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